MPU wegen Alkohol

Schritt 2 - Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis
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MPU wegen Alkohol

Die Alkohol MPU

Ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration darf kein Fahrzeug mehr geführt werden. Eine Alkoholfahrt von 1,1 Promille oder mehr gilt als Straftat und hat immer zur Folge, dass die Fahrerlaubnis entzogen wird. Wer mit 1,6 Promille oder mehr am Straßenverkehr teilgenommen hat, wird die Fahrerlaubnis nach Ablauf der Sperrfrist nur zurückerhalten, wenn er mit Hilfe eines MPU-Gutachtens nachweisen kann, dass kein Alkoholproblem vorliegt.

Gemäß einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg muss jede Person, der die Fahrerlaubnis nach § 69a StGB entzogen wurde, eine MPU vorlegen, um die Fahrerlaubnis wiederzuerhalten.

 

MPU wegen Alkohol - Sperrfrist

Was ist die Sperrfrist bei Alkohol und wie lange dauert diese?

Die Sperrfrist in die Zeit in der die betroffene Person weder eine neue Fahrerlaubnis erwerben noch die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis beantragen kann. Sie beginnt nach der Entziehung der Fahrerlaubnis und dauert mindestens 6 Monate, maximal 5 Jahre. Unter Umständen kann die Sperrfrist etwa durch die Teilnahme an einer Schulungsmaßnahme wie einer verkehrspsychologischen Beratung verkürzt werden. Das entscheidet das Gericht.

Kann der Führerschein erst wieder beantragt werden, wenn die Sperrfrist abgelaufen ist?

Nein. Den Antrag auf Wiedererteilung des Führerscheins kann bereits 10 Wochen vor Ablauf der Sperrfrist gestellt werden. Es kann sein, dass die Behörden dann von der betroffenen Person noch weitere Unterlagen, wie beispielsweise eine Sehtestbescheinigung, einfordern. Wer die Fahrerlaubnis früh genug beantragt, kann die MPU rechtzeitig absolvieren.




 

Wie läuft die Alkohol MPU ab?

Eine MPU folgt grundsätzlich immer dem gleichen Ablauf. Erst muss die betroffene Person einen Fragebogen ausfüllen. Bei den dort gestellten Fragen geht es um die Gesundheit des Kandidaten. Nach diesen Fragen folgt ein Leistungstest, mit dem Dinge wie das Denkvermögen, die Reaktionsfähigkeit sowie die Fähigkeit, logisch denken zu können, beurteilt werden. Danach wird eine medizinische Untersuchung durchgeführt und zuletzt ein psychologisches Gespräch.

Was ist bei der medizinischen Untersuchung zu beachten?

Die medizinische Untersuchung besteht aus einem mündlichen Teil und der körperlichen Untersuchung. Beim mündlichen Teil sollte der Kandidat dem Arzt die medizinische Vorgeschichte darlegen. Auch kürzlich eingenommene Medikamente müssen angegeben werden. Die Fragen bei dieser Untersuchung werden vor allem die Vorgeschichte des Alkoholkonsums, den Konsum, sowie den Umgang mit dem Alkohol beinhalten. Bei der körperlichen Untersuchung wird meist auch Blut abgenommen. Allenfalls muss sogar damit gerechnet werden, dass eine Haarprobe entnommen wird für ein Alkoholscreening.

MPU wegen Alkohol - Abstinenznachweis

Was muss beim psychologischen Gespräch bei der Alkohol MPU beachtet werden?

Das psychologische Gespräch ist der umfangreichste und längste Teil der MPU. Die durch den Psychologen gestellten Fragen sind nicht juristischer Natur. Es geht vielmehr um die Ursachen für das Fehlverhalten, also warum mit Alkohol am Steuer ein Fahrzeug gefahren wurde, und darum, welche Konsequenzen die betroffene Person aus dem Fehlverhalten gezogen hat.

Betroffene Personen, die in der Vergangenheit viel Alkohol getrunken haben, sollten darüber nachgedacht haben, wieso es zu diesem gesteigerten Alkoholkonsum gekommen ist. Denn dies genau erwartet der Psychologe. Doch nicht nur die Gründe müssen möglichst wahrheitsgetreu dargelegt werden können, ebenfalls was man heute dagegen macht, dass es nicht mehr zu diesem Verhalten kommt. Der Kandidat muss seine Schwächen und die Gründe in Bezug auf das Trinkverhalten, aber auch seine Vermeidungsstrategie darlegen können.

Es reicht dabei nicht, dass dem Psychologen nur das gesagt wird, was dieser vermeintlich hören will. Es muss bedacht werden, dass die meisten Psychologen schnell erkennen, ob die Antworten des Kandidaten auf die Fragen ehrlich sind oder nicht. Wenn beispielsweise in der Strafakte steht, dass der Kandidat trotz einer hohen Alkoholmenge nicht angetrunken gewirkt hat, liegt die Vermutung nahe, dass der Kandidat an große Mengen Alkohol gewöhnt ist.

Es ist weder die Aufgabe noch das Ziel des Gutachters oder des Psychologen zu verhindern, dass die betroffene Person den Führerschein zurückerhält. Alle Angaben, die bei der MPU gemacht werden, werden grundsätzlich vertraulich behandelt und dienen dazu, dass die BfF ein Gutachten mit einer Prognose zur Fahreignung erstellen kann.

Was ist in Bezug Abstinenznachweis bei der Alkohol MPU zu beachten?

Wenn sich die betroffene Person zur MPU anmeldet, muss der Abstinenznachweis bereits vorliegen. Das heißt, die Abstinenz und den Nachweis dazu muss früh in Angriff genommen werden. Je nach Situation beträgt die Enthaltsamkeit, die nachgewiesen werden muss, sechs bis zwölf Monate.

Je nachdem, ob der Abstinenznachweis freiwillig erbracht wird, oder dieser von der Behörde vorgeschrieben wird, sind die Zeiträume verschieden.

Viele weitere Informationmen zum MPU – Abstinenznachweis stehen dir hier bereit!